Seminare


Im Tierheim Krems setzen wir auf Schulungen verschiedenster Art, welche in Seminarform abgehalten werden, um unseren Standard den aktuellen Lehrmeinungen anpassen zu können. Denn nur durch gut geschultes Personal, ist kompetentes Handeln im gesamten Tierschutzbereich möglich. 

Da auch unsere freiwilligen Mitarbeiter_innen einen wesentlichen Teil unseres Teams darstellen, bieten wir bestimmte Schulungen nicht ausschließlich für das Tierheimpersonal an. Da im Katzen und Kleintierbereich eine umfassende Einschulung für interessierte Personen durch unsere Mitarbeiter_innen erfolgt, bevor Freiwillige in diesen Bereichen mithelfen dürfen, gibt es in diesen Bereichen zur Zeit keine speziellen Seminare. Anders ist dies im Hundebereich, indem Freiwillige an unserem Spaziergehprogramm teilnehmen können.

 


Spaziergehprogramm

Unser Spaziergehprogramm richtet sich an hundeliebe Menschen, die bereit sind einem oder mehrerer unserer Hunde ein wenig Zeit zu schenken. Es ist so konzipiert, dass zunächst die sogenannte Spaziergehschulung absolviert werden muss. Diese gibt einen ersten Einblick in die Körpersprache des Hundes, sowie der Bewusstmachung der Signale, welche wir durch unsere Körpersprache an den Hund senden und soll dazu dienen Wissen zu vermitteln, wie man einem Tierheimhund ein möglichst stressfreies Spaziergeherlebnis ermöglichen kann. Im Zuge dessen werden auch die ersten Hunde kennengelernt, mit denen man im Anschluss an die Schulung bereits eigenständige Ausflüge unternehmen darf. 

Es ist uns wichtig, dass unsere Spaziergeher_innen im Umgang mit unseren Hunden, sowie alltäglichen Begegnungen beim Spaziergang, über das nötige Wissen verfügen, um auch in stressigeren Situationen möglichst ruhig und gefasst reagieren zu können. Daher bieten wir in regelmäßigen Abständen Fort- und Weiterbildungsseminare für unsere Spaziergeher_innen, sowie unsere Mitarbeiter_innen des Hundeteams an. Darüber hinaus ist uns der Austausch zwischen Spaziergeher_in und Betreuer_in der jeweiligen Hunde sehr wichtig, um ganzheitlich mit unseren Hunden arbeiten zu können. 

 


Der Hintergrund zur Schulung


Zeit schenken ist etwas Kostbares in einer Gesellschaft, der es vor allem an einem mangelt, an Zeit. Zeit für einen gemeinsamen Spaziergang, ein wunderbares Erlebnis für beide Seiten, eine kleine Auszeit vom Tierheim-Alltag. Denn ein gemeinsamer Spaziergang kann Zeit für Bewegung, Zeit zum Erkunden und Schüffeln in der Natur, Zeit für sinnvolle Beschäftigung, wohltuende Streicheleinheiten, aber auch Zeit für ein wenig Trost und auch Spaß bedeuten.

Wichtig dabei ist es, Tierfreund_innen vor dem ersten Spaziergang notwendiges Basiswissen zu vermitteln, denn das Leben im Tierheim ist nicht vergleichbar mit einem Zuhause in einer ruhigen, geborgenen Umgebung. Das Tierheimleben ist kein Normalzustand. Daher stellt der richtige Umgang mit Hunden im Tierheim besondere Ansprüche. Hunde, die in einem Tierheim leben, haben oft ein trauriges Schicksal hinter sich. Sie wurden vielleicht ausgesetzt, vernachlässigt, misshandelt oder müssen mit dem Verlust ihres geliebten Menschen zurecht kommen. Sie brauchen vor allem Vertrauen und Selbstbewusstsein, Beständigkeit und Sicherheit. Vertrauensaufbau ist deshalb das vorrangigste Ziel unserer Arbeit mit Tieren.

Von 2014 bis 2017 nahmen wir an einem mehrjährigen Fortbildungsprogramm der englischen Verhaltensberaterin Sheila Harper teil, die sich seit vielen Jahren mit Stressreduktion in Tierheimen und nachhaltigem Lernen beschäftigt. In Modulen lernten unsere Mitarbeiter_innen, die Bedürfnisse unserer Hunde noch besser zu erkennen und wie sie diese in ihrer Entwicklung optimal unterstützen und fördern können. Vor allem unsere vierbeinigen "Langzeitgäste" profitieren von diesen Neuerungen. Lernen findet den ganzen Tag statt, einzelne Lebensbereiche können deshalb nicht ausgespart werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, Spaziergeher_innen in unser ganzheitliches Konzept zu integrieren.

Die Seminare werden von Hundeexpertin Andrea Specht (www.menschtriffthund.com) abgehalten, die über jahrzehntelange Erfahrung in der verhaltenstherapeutischen Arbeit mit Hunden und Tierheimhunden verfügt. Sie stellt uns ihr Fachwissen und ihre Zeit kostenlos für uns und unsere Hunde zur Verfügung. Andrea Specht ist in ihrer Methodik von Verhaltenslehrerin Sheila Harper inspiriert, bei der sie eine mehrjährige Ausbildung absolviert hat und betreut das von ihr geplante und umgesetzte Projekt "Therapiegarten", welches wir zur beruhigten Arbeit mit unseren Hunden nutzen.

 


Wie werde ich Spaziergeher_in?


Zunächst sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Bin ich bereit mir regelmäßig, zumindest einmal wöchentlich, Zeit für einen Spaziergang mit einem Tierheimhund zu nehmen?

  • Habe ich Interesse an Fort- und Weiterbildungen des Kremser Tierheims, in Form von Seminaren oder Literatur, welche in der Tierheimbibliothek entlehnt oder zum Selbstkostenpreis erstanden werden können?

  • Bin ich bereit die Vorgaben des Kremser Tierheims vor, während und nach des Spazierganges einzuhalten, sowie einen absolut gewaltfrei mit dem mir anvertrauten Tier umzugehen?

  • Bin ich bereit die Hausordnung für Spaziergeher_innen einzuhalten?

Wir bitten um Verständnis, dass aus versicherungstechnischen Gründen nur volljährige, vollständig geschäftsfähige Personen an unserem Spaziergehprogramm teilnehmen können.

 


Ablauf der Spaziergehschulung


Die Spaziergehschulung erfolgt in drei Abschnitten, dem Selbststudium, der theoretischen Auseinandersetzung, sowie der praktischen Einschulung und dem Kennenlernen der Hunde.


1. Selbststudium - Buch CALMING SIGNALS

Das Selbststudium umfasst das eigenständige Drucharbeiten des Buches "CALMING SIGNALS" von Turid Rudgaas des Animal Learn Verlages. Dieses ist in der Tierheimbibliothek zum Selbstkostenpreis von 19,90 € erhältlich. 

Das Buch Calming Singals behandelt die Körpersprache des Hundes im Bereich der Beschwichtigungssignale anschaulich mit vielen Beispielfotos. Es soll dazu dienen frühzeitig zu erkennen, wann meinem Hund eine Situation unangenehm wird, damit wir als Menschen möglichst frühzeitig eine Reaktion setzen können und der Hund durch unsere Hilfestellung gar nicht in die Situation kommt sich zwischen Angriff, Flucht, oder Erstarren entscheiden zu müssen.

2. Theoretische Auseinandersetzung

Auf den Inhalten des Selbststudiums aufbauend, findet die theoretische Auseinandersetzung mit dem Spaziergehalltag unter der Leitung von Andrea Specht statt. Es werden verschiedene Situationen anhand von Bild- und Videomaterial analysiert, um die Hundesprache noch genauer kennenzulernen, zur Selbstreflexion anhand fiktiver Szenarien angeregt, sowie die Auswirkungen, welche verschiedene Handlungsmöglichkeiten auf den Hund in der konkreten Situation beleuchtet.

Derzeit findet der Theorieteil über die Plattform ZOOM im Onlinemodus statt und umfasst in etwa 6 Stunden.

3. Praktische Einschulung und Kennenlernen der Hunde

Der Praxisteil der Spaziergehschulung findet im Kremser Tierheim statt. Hierbei geht es darum das Leinenhandling mit der langen Leine und dem Brustgeschirr, sowie den Hausbrauch kennenzulernen. Beim Leinenhandling werden die Grundlagen, wie beispielsweise Grenzen setzen, oder Richtungswechsel einleiten und durchführen, erlernt.

Nach einer ausführlichen Einweisung, wie man sich als Mensch gegenüber einem fremden Hund verhält bzw. langsam annähert, sofern dieser signalisiert, dass eine Annäherung in Ordnung ist, kann der erste Tierheimhund kennengelernt werden. Beim Kennenlernen achten wir darauf, dass vor allem zu Beginn Hunde vorgestellt werden, die im alltäglichen Umgang, sowie im Kontakt zu Fremden eher unkompliziert sind. Außerdem gibt es vorab eine kurze Beschreibung des Hundes, um nicht unvorbereitet einem fremden Hund gegenüberzustehen. Nach einer kurzen Zusammengewöhnungsphase wird die Leine übergeben und das zuvor erlernte Leinenhandling in der Praxis geübt.

Es richtet sich nach den Schulungsteilnehmer_innen, ob im Anschluss noch ein weiterer Hund kennengelernt wird, oder ein neuer Termin für den nächsten begleiteten Spaziergang vereinbart wird.

 


Organisatorisches


Da sich die Abhaltung unserer Spaziergehschulungen nach der Nachfrage richtet, bitten wir Sie bei Interesse Kontakt mit Andrea Specht unter

info@menschtriffthund.com aufzunehmen bzw. sich unter dieser e-Mail bei ihr für die Spaziergehschulung anzumelden. 

Da wir auf die Bedürfnisse jeder Teilnehmerin und jedes Teilnehmers speziell eingehen wollen, ist die Personenzahl pro Seminar begrenzt. 

Der Kostenbeitrag für unsere dreiteilige Spaziergehschulung beträgt pro Teilnehmer_in 90 €, wenn Sie uns bereits durch eine übernommene Tierpatenschaft unterstützen, können wir Ihnen einen Rabatt von 30 € gewähren, sodass die Spaziergehschulung für Sie nur noch 60 € kostet.
Bitte beachten Sie, dass Ihre Anmeldung per e-Mail unter info@menschtriffthund.com verbindlich ist und Sie den Seminarkostenbeitrag bei unentschuldigtem Nichterscheinen trotzdem zu entrichten haben.

Bei Abschlusses aller drei Abschnitte der Spaziergehschulung erhalten Sie eine Urkunde als Teilnahmebestätigung.

 


Fort- und Weiterbildungsseminare des Spaziergehprogrammes


Wir informieren unsere Spaziergeher_innen in weiterer Folge unseres Spaziergehprogrammes persönlich über unsere Fort- und Weiterbildungsprogramme, leiten ihnen direkt alle Informationen weiter und freuen uns über zahlreiche Teilnahme im Sinne eines kontinuierlichen, ganzheitlichen Kompetenzzuwachses.