Warum markieren Katzen?


Katzen markieren ihr Territorium. Dieses natürliche Verhalten hinterlässt für uns Menschen unangenehme Duftnoten und tritt fast ausschließlich bei unkastrierten Tieren auf.

Wir unterscheiden das chemische und das optische Markieren. Beim chemischen Markieren hinterlassen Katzen (v.a. Kater) eine charakteristische Duftmarke, indem sie ihrem Urin einige Milliliter Sekret aus der Analdrüse beimengen. Beim optische Markieren hinterlässt die Katze Kratzspuren an Bäumen, in der Wohnung am Kratzbaum, weniger gern gesehen an den Bezügen von Sitzgarnituren. Auch das sogenannte Köpfchengeben der Katze ist eine Art des Markierens, indem sie ihre Wangen an uns reibt. Sie besitzt an Wangen und Unterlippe ebenfalls Duftdrüsen.

In der Sprache der Katzen bedeutet das Markieren ein Abstecken ihrer individuellen Reviere, eine Botschaft an potentielle Rivalen, fernzubleiben, aber auch eine verlockende Botschaft an eventuelle Geschlechtspartner. Bei Wohnungshaltung kann Markieren zu einer großen Belastung der Mensch-Katze-Beziehung werden, da die hinterlassenen Duftmarken als ranziger Geruch wahrgenommen werden. Kater, die vor dem Erreichen der Geschlechtsreife kastriert werden, zeigen dieses Verhalten in der Regel nicht.


Stubenunreines Verhalten

Wenn eine Katze die für diesen Zweck vorgesehene Katzentoilette zum Kot- und Harnabsetzen nicht mehr benützt, sprechen wir von stubenunreinem Verhalten, nicht zu verwechseln mit dem Markierverhalten des Harnspritzens.


Haben Sie nicht die Möglichkeit, die Katze beim Harnabsetzen zu beobachten, können Sie zumindest an der Menge (gering und ranzig riechend beim Harnspritzen) und der Art der verunreinigten Gegenstände (erhöht oder meist vorstehend beim Harnspritzen) erkennen, um welches Verhalten es sich handelt.

Um die Ursachen für Stubenunreinheit zu finden, ist ein genaues Auseinandersetzen mit den Lebensumständen der Katze notwendig. Vorab muss eine tierärztliche Untersuchung abklären, ob vielleicht eine Krankheit (Durchfall, Blasenentzündung, Blasensteine, etc.) das veränderte Verhalten ausgelöst hat.


Welche Stresssituationen verursachen Stubenunreinheit?

 Die Katzentoilette steht an einem ungünstigen Ort oder der Aufstellungsort wurde verändert.

  • Eine andere Marke Katzenstreu wurde verwendet.
  • Die Katzentoilette wird unzureichend gesäubert.
  • Die Katzentoilette steht zu nahe an der Futterstelle,
  • Die Wohnung hat sich verändert (neue Einrichtungsgegenstände, Umstellung der Möbel, etc.)
  • Der Wohnort hat sich geändert.
  • Fütterungszeiten, Arbeitszeiten, etc. haben sich geändert.
  • Eine zweite Katze oder ein anderes Haustier wurde angeschafft.
  • Es gibt Familienzuwachs, Änderung der familiären Umstände etwa durch Scheidung oder Einzug eines neuen Partners.
  • Der Katze werden bisherige Privilegien verwehrt (Zutritt zu Räumen, Freigang, etc.)

Behandlung

Ist es möglich, die stressauslösende Ursache zu beseitigen, kann das Problem rasch beseitigt werden. Ist das nicht möglich (Umzug, Nachwuchs, etc.) sind Fingerspitzengefühl und Kosequenz gefordert. Auf keinen Fall die Katze durch Gewaltanwendung oder lautes Schreien strafen sondern ihr das unerwünschte Verhalten nur so unangenehm wie möglich zu machen.

Bieten Sie der Katze parallel reizvolle Alternativen an, die sie gerne annimmt. Katzen lieben Baldriangeruch und Katzenminze. Ist die Katzentoilette damit präpariert wird sie lieber benutzt. Leicht modriges Laubkompost untergemischt wirkt bei vielen Katzen Wunder. In flagranti erwischt zur bewährten Spritzpistole oder Schepperbüchse greifen und den unerwünschten Kot- oder Harnabsatz sofort stören. Auch mehrere oder größere Katzenklos können helfen.

Futterschüsseln bevorzugt an Stellen aufstellen, die von der Katze verunreinigt werden. Ist die Stubenunreinheit eine Folge von menschlichem oder tierischem Familienzuwachs, müssen zusätzlich Maßnahmen erfolgen, um diese Veränderung möglichst positiv zu belegen (Zuwendung, Spiel, etc.). Es ist wichtig, rasch Gegenmaßnahmen einzuleiten, da eine Verhaltenskorrektur mit zunehmender Fortdauer schwieriger wird.