Ablauf Tiervergabe


Damit wir das passende Tier für Sie finden können, möchten wir uns für jede Interessentin und jeden Interessenten die Zeit für eine individuelle Beratung nehmen. Dies dient in erster Linie Ihnen selbst, da wir so herausfinden können, ob wir derzeit ein Tier, das Ihren Wünschen entspricht, beherbergen. Nicht zuletzt dient es aber auch unseren Schützlingen. Denn nur durch intensive Vorgespräche ist es uns möglich herauszufinden ob ein spezielles Tier auch zu Ihnen und Ihrem Alltag passt. Falls dem nicht so wäre, bitten wir um Ihr Verständnis, dass Sie leider keines unserer Tiere adoptieren können. Diese Vorgehensweise erspart Ihnen und dem entsprechenden Tier viel Frust und Stress, welche bei einer unpassenden Vermittlung auftreten und im Regelfall zu weiteren Problemen oder auch einer Rückgabe des Tieres führen würden.

Um eine individuelle Beratung möglich zu machen, sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Bitte machen Sie sich einen Termin bei uns aus, falls Sie eines unserer Tiere kennenlernen wollen, bzw. Interesse daran haben Haustierhalter_in zu werden, auch wenn Sie noch nicht genau wissen, welches Tier es werden soll. Gerne helfen wir Ihnen auch herauszufinden welche Charaktere zu Ihnen passen könnten. 

Wir bitten Sie einen Termin bei uns auszumachen.


Terminvereinbarung


Zur Terminvereinbarung, sowie für ein Erstgespräch, rufen Sie uns bitte unter unserer Büronummer 02732-84720, während der Öffnungszeiten an. Gerne können Sie auch per e-Mail mit uns Kontakt aufnehmen. Schreiben Sie uns dazu bitte Ihre Vorstellungen vom zukünftigen Tier an die entsprechende e-Mail-Adresse: 

Sollten Sie uns nicht sofort erreichen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Sie können uns auch eine Nachricht auf unserem AB hinterlassen, wir melden uns dann bei Ihnen, sobald wir zwischen den restlichen Einsätzen und Terminen Zeit finden.

Bei kurzfristiger Terminänderung bzw. Verspätung erreichen Sie uns unter unserer Notrufnummer 0664-4020202.


Tiervermittlung: Wie läuft das ab?

Wir fragen nach

Etwas anders als in vielen Tierheimen stellen wir unsere Hunde nicht in ihren Zimmern sondern auf unserer großen Spielwiese oder bei einem Spaziergang vor. Wir führen erst ein Gespräch mit Interessenten, um ein Bild von den Vorstellungen, Anforderungen und Lebensumständen zu erhalten. Anschließend stellen wir geeignete Hunde vor und unsere Besucher haben die Möglichkeit, in stressfreier Umgebung Kontakt mit dem Tier aufzunehmen.

Was für manche so aussieht, als würden wir es Interessenten mit vielen Fragen unnötig schwer machen, hat einen realistischen Hintergrund. Tiervermittlung ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und die nehmen wir sehr ernst. Immerhin hat jedes Tier, das bei uns im Heim lebt, schon mindestens einmal sein Zuhause verloren. Wenn es unser Haus verlässt, dann soll das ein Happyend für immer sein.


Warum kann man im Tierheim Krems nicht einfach durchgehen und sich einen Hund "aussuchen"?

Die Frage hören wir öfters und wir beantworten sie gerne. Diese Maßnahme dient einzig dem Schutz unserer Tiere. Jeder, der einmal ein Tierheim besucht hat, in dem die Hunde ungeschützt dem Besucherandrang ausgesetzt sind, kennt den ohrenbetäubenden Lärm hektisch bellender, wild hochspringender oder sich stereotyp im Kreis drehender Hunde. Tiere, die sich so gebärden, sind hoch gestresst und in Gefahr, Verhaltensstörungen zu entwickeln. Wenn ein Hund zu bellen beginnt, löst das eine Kettenreaktion im gesamten Tierheim aus. Bedenken Sie bitte, dass es Neuzugänge gibt, die sich noch nicht an das Tierheimleben angepasst haben. Auch kranke oder frisch operierte Tiere brauchen für ihre Genesung ein ruhiges Umfeld.

Im Tierheim Krems werden Hunde bevorzugt in kleinen Gruppen gehalten, eine moderne und den Bedürfnissen der Hunde angepasste Haltungsform. Für das Funktionieren einer solchen Haltung ist es erforderlich, Stressfaktoren möglichst gering zu halten. Jede Störung von außen und sei sie noch so gut gemeint, kann zu Konflikten innerhalb der Gruppenstrukturen führen und sogar Raufereien nach sich ziehen. Doch auch verhaltensauffällige Hunde, mit denen unsere Trainer therapeutische Programme erarbeiten, könnten durch Provokationen (wenn auch unbeabsichtigt) großen Schaden erleiden.


Erstes Kennenlernen in ruhiger Atmosphäre

Auf der großen eingezäunten Spielwiese vor dem Haus oder bei einem ruhigen Spaziergang gemeinsam mit einem Betreuer haben Hund und Mensch weit bessere Chancen, sich kennenzulernen als in einer lautstarken Stresssituation von Gitter zu Gitter. Natürlich ist unsere Art, Hunde vorzustellen, zeitaufwändiger als die immer noch weit verbreitete Methode. Doch diese Zeit nehmen wir uns gerne, wenn es um das Wohl unserer Tiere geht.


Vertrauen aufbauen

Die optimalste Form der Hundevergabe ist die, bei der Interessent und Hund bereits eine Bindung zueinander entwickeln konnten. Gemeinsame Spaziergänge, Beschäftigung auf der großen Spielwiese und vorsichtiges Kennenlernen schafft Vertrauen, auf denen eine harmonische Mensch-Tier-Beziehung aufbaut. Deshalb legen wir Wert darauf, dass Interessenten mehrmals zu uns kommen und sich Zeit für das erste Kennenlernen nehmen. Solche Beziehungen haben die beste Chance, eine für's ganze Leben zu werden. Und was sind schon einige Stunden, wenn es darum geht, eine Entscheidung für viele Jahre zu treffen?


Und wie ist das bei Katzen, Nagern und anderen Tieren?

Auch mit Interessenten für Katzen, Nagern und anderen Tieren führen wir erst ein Gespräch. Wir wollen ja wissen, mit welchen Vorstellungen Menschen zu uns kommen und wie wir ihnen am besten helfen können. Außerdem ist es wichtig, die Bedürfnisse der Tiere zu berücksichtigen. Danach begleitet eine Tierbetreuerin unsere Besucher in die verschiedenen Katzenzimmer oder ins Nagerzimmer und erklärt die Eigenheiten und Bedürfnisse der einzelnen Tiere.

Katzenkinder werden nur paarweise oder zu einem vorhandenen etwa gleich alten Artgenossen mit ähnlichem Temperament vermittelt. Entgegen der immer noch verbreiteten Meinung sind Katzen keine Einzelgänger und schätzen das Zusammenleben mit Artgenossen, wenn sie entsprechend sozial aufgewachsen sind.


Sind Katzengitter wirklich notwendig?

Bei der Vermittlung einer Wohnungskatze bestehen wir auf die Montage von Fenster- und Balkongittern. Außerdem ist das bereits fix im Tierschutzgesetz verankert. Trotzdem hören wir dann manchmal, meine Katze ist niemals vom Fensterbrett abgestürzt. Das mag schon stimmen und wir wünschen jedem Katzenhalter ohne Schutzgitter, dass nie dergleichen passiert.

Doch die Praxis spricht eine andere Sprache. Die Bergung abgestürzter und schwerst verletzter Hauskatzen ist bei uns an der Tagesordnung. Mittlerweile finden in der Stadt mehr Katzen den Tod durch Fensterstürze als im Straßenverkehr. Schon ein vorbeifliegender Schmetterling, ein Vogel, der den Jagdinstinkt weckt oder Erschrecken durch eine zuschlagende Türe reichen aus, um einen Absturz zu verursachen. Ein rechtzeitig angebrachtes Katzengitter kann Leben retten. Doch auch eine Katze im Erdgeschoß ist massiv gefährdet, wenn sie aus dem Fenster entwischt und vielleicht ins nächste Auto läuft.


Kaninchen nur mit Freigehege

(Zwerg)kaninchen brauchen die Möglichkeit, zu graben und zu nagen. Beides ist in einer Wohnungshaltung oder gar Käfighaltung nicht möglich. Deshalb vermitteln wir Kaninchen nur in eine Haltung, wo ein geräumiges gut strukturiertes und gesichertes Freigehege (sechs bis acht Quadratmeter für zwei bis drei Kaninchen) und wenigstens ein Sozialpartner gleicher Art zur Verfügung steht.

Gerne beraten wir auch bei der Gestaltung des Geheges mit entsprechender Literatur


Auch Meerschweinchen wollen tiergerecht leben

Meerschweinchen geben wir auch gerne in Wohnungshaltung ab, wenn die Unterbringung ebenfalls geräumig (zwei bis drei Quadratmeter für ein Pärchen) und ausreichend strukturiert ist.

Keinesfalls wollen wir, dass unsere Meerschweinchen in einem herkömmlichen Käfig "versauern" müssen. Sie sollen es sich ja durch eine Vermittlung verbessern und nicht verschlechtern. Wer unser "Abenteuerzimmer" für Kaninchen und Meerschweinchen schon einmal besucht hat, weiß, wie wir das meinen.

Um ungewollte Vermehrung zu verhindern (es gibt ja schon genug Kaninchen- und Meerschweinchen Notfälle), vermitteln wir weder Kaninchen noch Meerschweinchen zu unkastrierten Böckchen. Natürlich dürfen Meerschweinchen ebenfalls niemals einzeln gehalten werden (seit 1.1.2005 auch per Bundestierschutzgesetz vorgeschrieben).


Bitte die ganze Familie einbinden

Die Aufnahme eines Tieres bedeutet ein zusätzliches Familienmitglied. Es sollten deshalb alle künftigen Beteiligten in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden. Wird ein Zweithund als Gefährte für den bereits vorhandenen gesucht, bitte diesen beim ersten Besuch zu Hause zu lassen. Beim Zweitbesuch darf der dann auch gerne mitkommen, um den neuen Kameraden kennen zu lernen. Immerhin ist gegenseitige Sympathie der Vierbeiner ebenso wichtig wie die Vorstellungen ihrer Menschen.


Es kann zu Wartezeiten kommen

Das Tierheim Krems wird vom Tierschutzverein Krems großteils aus Spendengeldern betrieben. Personal ist daher knapp und wenn wir an einem starken Nachmittag sehr viele Besucher begrüßen dürfen, kann es zu Wartezeiten kommen. Wir bitten daher zur besseren Koordinierung vor allem für Hundevergaben vorab einen Termin zu vereinbaren, damit wir uns für die Beratung und das Kennenlernen ausreichend Zeit nehmen können.


Auf ins neue Zuhause

Haben sich Tier und Mensch gefunden, wird ein Tag vereinbart, an dem wir die neue Familie von Hund oder Wohnungskatze besuchen, um das künftige Zuhause unserer Schützlinge kennenzulernen. Wir nehmen uns für diesen Termin viel Zeit, um anstehende Fragen bezüglich Eingewöhnung, Fütterung und Erziehung zu beantworten. Gerne helfen wir auch bei der Suche nach qualifizierten Hundetrainern und zeitgemäßer Fachliteratur. Passt alles, steht dem Umzug nichts mehr im Weg.


Lassen Sie dem neuen Familienmitglied Zeit sich einzugewöhnen

Obwohl Hund und neuer Besitzer sich bereits vorab kennen lernen konnten, ist der Umzug in eine neue Umgebung für Ihren Begleiter purer Stress. Dasselbe gilt natürlich auch für Katzen, Nager oder andere Tiere.

Geben Sie dem neuen Familienmitglied Zeit seine Umgebung und vor allem auch seine neuen Menschen und eventuelle tierische Mitbewohner kennen zu lernen. Dazu sind je nach Charakter des Tieres sogar einige Wochen nötig. Versuchen Sie das Umfeld Ihres Tieres vor allem in den ersten Tagen so stressfrei wie möglich zu halten. Natürlich möchten Ihre Freunde den neuen Liebling auch kennen lernen, aber das sollte man etwas hinaus schieben, bis sich das Tier an die neue Situation gewöhnt hat.

Bei Hunden ist es wichtig, anfangs immer denselben Weg bei Spaziergängen zu nehmen, um sie nicht zu überfordern. Außerdem sollten aufschiebbare Tierarztbesuche erst eingeplant werden, wenn das Tier "Zuhause angekommen" ist.


Was "kostet" ein Tier aus dem Tierheim?

Wir verlangen grundsätzlich keinen Kaufpreis sondern einen Betreuungsbeitrag für die erfolgten tierärztlichen Leistungen. Denn das Tierheim muss natürlich Operationen, Impfungen, Entwurmungen oder Kastrationen aus eigener Tasche bezahlen. Einige unserer Schützlinge kommen auch krank oder schwer verletzt zu uns oder brauchen teure Spezialnahrung.

 Unsere monatlichen Tierarztrechnungen liegen deshalb bei allem Entgegenkommen der behandelnden Tierärzte und Tierkliniken bei etwa € 6.000--. Um diese hohen Aufwendungen finanzieren zu können und auch in Zukunft Tieren zu helfen, sind wir deshalb auf die Betreuungsbeiträge zur Finanzierung unseres Tierheimes angewiesen. Die Höhe dieser Betreuungsbeiträge hängt vom jeweiligen Tier ab.


In diesem Sinne freuen wir uns auf Ihren Besuch!

 Ihr Tierheim-Team und Vorstand